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Mythen der Elektromobilität Teil 3: Ökobilanz

Was muss ich eigentlich beim Kauf eines Elektrofahrzeuges beachten und ist die Anschaffung sinnvoll?
Wie umweltfreundlich ist ein Elektrofahrzeug wirklich? und vor allem, was kostet so ein Elektrofahrzeug und rentiert sich das überhaupt?

Fragen über Fragen, die in vielen Internetportalen hin und her diskutiert werden. Elektromobilität ist zwar keine absolute Neuheit auf dem Markt, dennoch für viele ein eher unbekanntes Thema, das erst in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen hat. Dabei werden viele Annahmen und Vorurteile diskutiert, die überwiegend aus mangelden oder sogar veralteten Informationen enstanden sind.

In unserer Blogserie "Mythen der Elektromobilität" möchten wir euch Stück für Stück über die Vor- und Nachteile der Elektromobilität informieren.

teil 3: die ökobilanz

Die Ökobilanz eines Elektroautos hängt natürlich nicht nur von seiner aktiven Nutzung ab. Sicherlich kann ich mein Elektroauto auch emissionslos fahren und am besten auch noch mit Ökostrom aufladen. Doch wie sieht die Herstellung aus? In diesem Artikel möchten wir dieses Thema genauer betrachten:

Wie umweltschädlich ist die Herstellung eines Elektroautos, insbesondere hinsichtlich seiner Batterie?

Kaum kam das Elektroauto auf den Markt, meldeten sich die ersten kritischen Stimmen zu Wort: Das Elektroauto, vor allem im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit, hält nicht, was es verspricht. Dies wurde insbesondere mit der Herstellung einer Autobatterie begründet. Die Arbeitsbedingungen, verwendeten Materialien und deren Gewinnung und Verarbeitung wurden alles andere als nachhaltig und umweltfreundlich dargestellt. Zu recht. 

Lithium ist einer der wichtigsten Rohstoffe, der bei der Produktion einer Batterie benötigt wird. Allerdings wird Lithium schon seit Jahren in der Herstellung von Batterien und Akkus verwendet, nicht erst seit dem es Elektroautos gibt. Kein Handy, Laptop, etc. kommt ohne Lithium aus.

Wenn es darum geht die Ökobilanz der Elektroautos aufzuzeigen, wird in erster Linie dieser Rohstoff in Hinblick auf seinen ökologischen Fußabdruck kritisiert.
Lithium ist in Verbindung mit Sauerstoff hochentzündlich und reagiert mit Stickstoff, welcher sich auch in unserer Atemluft befindet. In der Natur kommt Lithium nur als chemische Verbindung vor, beispielsweise in den Salzseen der Hochebenen von Chile, Argentinien und Bolivien als sogenanntes Lithium-Salz. Diese Seen sind bereits ausgetrocknet, im Boden zurückgeblieben sind die Salze und Mineralien, welche durch ein bestimmtes Verfahren gewonnen wird. Das für die Gewinnung von Lithium beschriebene Umweltproblem resultiert aus den Folgen des Abbaus für umliegende Region. Beim Abbau wird tief unter der trockenen Oberfläche Wasser gepumpt, welches an der Oberfläche verdunstet. Wenn dadurch nun Grundwasser nachfließt, sinkt logischer Weise der Grundwasserspiegel in der Umgebung sinkt, was insbesondere für die indigene Bevölkerung im Umland ein Problem darstellt.
Es werden zwar keine Seen zur Förderung der Salze bewusst trockengelegt, dennoch ist der Abbau der zurückbleibenden Rohstoffe ein erheblicher Eingriff in die Natur. Um diese Auswirkungen zu reduzieren oder sogar ganz zu vermeiden, werden Lösungsansätze getestet um das verdunstete Wasser aufzufangen und wieder nutzbar zu machen.
Darüber hinaus sind nicht die südamerikanischen Länder nicht Hauptexporteur von Lithium, sondern Australien, wo Lithium durch Bergbau gewonnen wird, der Abbau des Rohstoffes hat dort demnach nicht so schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt, wie in Südamerika.

Zusätzlich hat BMW ein Kompetenzzentrum für Akkutechnologie in Münschen eröffnet um den Rohstoffeinkauf zu optimieren und auch um die Materialmengen zu reduzieren.  Ziel ist es, eine vollständige Akkuzelle-Produktion mit neuen Werkstoff-Kompositionen und Bauarten weiter zu entwickeln.

Wie BMW sind auch Audi, Volkswagen, Renault und viele andere Hersteller mittlerweile Mitglieder der Global Battery Alliance. Diese setzt sich schwerpunktmäßig für die Wahrung von Menschenrechten und soziale Arbeitsbedingungen beim Rohstoffabbau ein, zusätzlich aber auch für das Erarbeiten von Lösungen für die Wiederverwendung der Lithium-Ionen-Batterien. Das Batterie-Recycling ist bei allen Herstellern, nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen ein wichtiges Thema.

Wie also bereits in Teil 2 beschrieben, ist Elektromobilität ein Feld in dem besonders viel geforscht wird um effizienter arbeiten zu können und nicht nur die Preise so niedrig wie möglich zu halten, sondern auch die Qualität der Produkte zu maximieren. Ein bedeutender Teil ist heutzutage auch die ökologische Nachhaltigkeit, denn der Trend entwickelt sich ganz eindeutig in diese Richtung und Innovationen um auf dem Markt mithalten zu können sind enorm wichtig. Der Wettkampf ist gigantisch und wer ganz oben sein will muss schnell sein. 

Das schwedische Institut IVL hat 2019 eine Studie aus den Vorjahren ausgewertet, in welcher der Fortschritt insbesondere in der Herstellung der batter dokumentiert wurde. Verbesserte Nachhaltigkeits- und Recyclingstandards sowie der Bezug von nachhaltig erzeugtem Strom führten dazu, dass für die batterieproduktion der CO2-Ausstoß erheblich geringer ausfiel als nur zwei Jahre zuvor.

Statt 150 - 200 kg CO2 je kWh generiert die Herstellung von batterien mittlerweile ca. 61- 106 kg CO2. Da die Hersteller bei der Batterieproduktion in unterschiedlichem Maße auf erneuerbaren Strom setzen, ist ein genauer Wert kaum zu ermitteln. Aber, dass die Tendenz eindeutig ist, daran besteht kein Zweifel. Fahrzeughersteller wie z.B. Volkswagen wollen zukünftig nicht nur die Batterie, sondern das komplette Fahrzeug CO2 neutral produzieren. Ebenso publiziert Audi in ihren Nachhaltigkeitsstatuten die Vision, zukünftig an allen Standorten komplett CO2 neutral und auch abwasserfrei produzieren zu wollen.

Letztendlich kannst du beim Kauf deines Elektroautos deinen ökologischen Fußabdruck selbst beeinflussen, indem du dich vorher umfassend damit beschäftigst, ob ein Fahrzeug mit einer kleineren Batterie ausreichend ist. Dieses hat bei der Herstellung eine geringere CO2 Bilanz, verglichen mit der größeren Batterie. Das Aufladen eines Elektroautos kann durch komplett erneuerbare Energien erfolgen. Langfristig gesehen kann dies folglich, im Vergleich zum Verbrenner, auch mit einer größeren Batterie die CO2-Bilanz deutlich verringern.

In diesem Zusammenhang hat der ADAC einen Vergleich durchgeführt und die CO2 Bilanz des Hyundai Kona mit kleiner und großer Batterie gegenübergestellt. Bei der größeren Batterie weist das Fahrzeug bereits bei der Anmeldung eine CO2 Belastung auf, die das gleiche Fahrzeug mit der kleineren Batterie est nach 30.000 gefahrenen Kilometern hätte. 

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